4. Inhaltsanalyse

Untersuchung von Material

Im Gegensatz zur Befragung werden bei der Inhaltsanalyse keine Personen untersucht, sondern Material, das aus irgendeiner Art von Kommunikation stammt. Diese Kommunikationsmaterialien sind meist Medienprodukte. Dazu zählen Texte aus Tageszeitungen, Rundfunksendungen, aber auch Musik, Bilder, Filme oder Werbespots. Diese Botschaften und Texte werden auf bestimmte Merkmale hin untersucht. Beispielsweise zählt man, wie oft das Wort „AIDS" in Fernsehnachrichten oder Tageszeitungen vorkommt. Allerdings stehen bei der Inhaltsanalyse nicht nur Wörter im Zentrum des Forschungsinteresses, sondern je nach Forschungsfrage auch Sätze, Aussagen oder ganze Artikel bzw. Sendungen.

Vergleichsmaßstab

Das Ergebnis der Inhaltsanalyse, beispielsweise die gezählten Wörter, hat manchmal noch keinen großen Aussagewert. Deshalb ist es in bestimmten Fällen nützlich, einen Vergleichsmaßstab zu haben. Dieser Vergleichsmaßstab kann beispielsweise eine Inhaltsanalyse von Zeitungsartikeln aus dem Jahr 1998 sein. Damit ist es möglich, die jeweils gezählten Wörter miteinander zu vergleichen und Rückschlüsse auf den zeitlichen Hintergrund zu ziehen. Außer dem Vergleich von unterschiedlichen Zeitpunkten können auch unterschiedliche Medien oder verschiedene Kulturen zur Gegenüberstellung verwendet werden.

Ziel

Das Ziel der Inhaltsanalyse ist also, die Merkmale eines Textes zu untersuchen und daraus Schlussfolgerungen auf den Kontext des Textes anzustellen. Es sollen beispielsweise Rückschlüsse gezogen werden auf: die soziale, historische und politische Situation, die Wirkung beim „Empfänger", die Absichten des „Senders".

Quantitativ versus qualitativ

Die Inhaltsanalyse lässt sich in zwei Herangehensweisen aufteilen, die im Folgenden erklärt werden: die quantitative Inhaltsanalyse und die qualitative Inhaltsanalyse. Allerdings ist eine genaue Trennung zwischen quantitativer Inhaltsanalyse und qualitativer Inhaltsanalyse nicht möglich, da sie sich teilweise überschneiden. Beispielsweise ist die Identifizierung eines Textmerkmals ein qualitativer Analyseschritt eines Codieres, auch wenn die gewonnenen Daten danach quantitativ, d. h. statistisch weiterverarbeitet werden. Die Trennung der beiden Formen der Inhaltsanalyse wollen wir jedoch hier beibehalten, um die Vorgehensweisen besser erklären zu können.